Gastgeber Cruise Director – TUI Cruises


NameLaura F.Gastgeber_Cruise Jobs_TUI Cruises_Mein schiff
Alter21
AusbildungBA Cruise Tourism Management
Position an BordGastgeber Cruise Director
Reederei und SchiffTUI Cruises - Mein Schiff 3

Wie hast du den Job an Bord bekommen?

Die Bewerbung lief über die Recruiting Agentur Sea Chefs Cruises Worldwide GmbH. Ich habe das Formular online ausgefüllt und meine Anlagen wie Zeugnisse etc. angehangen. Anschließend gab es einen Bewerbertag in Hamburg mit verschiedenen Aufgaben, die denen an Bord nahe kommen. Danach hatte ich noch ein persönliches Gespräch, aus dem hervorging, dass man mich gerne einstellen würde, die Entscheidung aber an mir läge und ich in ein paar Tagen per E-Mail eine Entscheidung senden soll. Nach meiner Zusage bekam ich auch sehr schnell eine positive Rückmeldung mit Aufstiegsdatum und Schiff.

 

Kannst du deinen typischen Arbeitsalltag beschreiben?

Als Gastgeber CD hat man nicht wirklich einen typischen Arbeitsalltag. Vordergründig ist natürlich die Betreuung der Gäste, das Beschwerdehandling, die Produktphilosophie zu vertreten und sichtbar/ansprechbar für die Gäste zu sein.

Es gibt sehr vielfältige Aufgaben; diese können von Hafen zu Hafen unterschiedlich sein (z.B. Guiding, Tender Operation oder Aushelfen an der X-ray bei der Security) aber auch immer wiederkehren (z.B. Bingo & Shuffleboard, Theatereinlässe, Cocktails und Poolparties).

Neben den hauptsächlich repräsentativen Aufgaben agiert man aber zusätzlich auch viel hinter den Kulissen, sei es das Pflegen der Bibliotheken, das Schreiben eines Berichtes über jede Reise oder auch die Erstellung der Dienstpläne. So ist jeder Tag wieder neu und sehr abwechslungsreich.

 

Was sind die größten Herausforderungen für dich an Bord?

Die größte Herausforderung bestand für mich darin, „meinen Platz“ an Bord zu finden. Wenn man das erste Mal an Bord geht, dann prasseln alle Eindrücke nur so auf einen ein. Man versteht die Abläufe und Hierarchien noch nicht, verläuft sich vielleicht auch mal und kennt vor allem niemanden.

Ich war in den ersten Tagen hauptsächlich damit beschäftigt, zu verstehen und mich einzufügen und dabei gleichzeitig noch so schnell wie möglich meinen Job zu erlernen, denn an Bord hat man nicht wirklich viel Zeit reinzukommen. Man muss funktionieren, und das am besten schnell und gut. Das mag jetzt sehr dramatisch klingen, ist aber nur in der Anfangsphase so. Wichtig ist, dass man liebe Kollegen hat, die einen dabei begleiten und ein wenig an die Hand nehmen.

Die zweite Herausforderung ist für mich das Team. Es gab Zeiten, in denen ich mich in meinem Team nicht immer so wohlgefühlt habe. Das liegt daran, dass die einzelnen Teammitglieder immer wieder wechseln, weil jeder natürlich andere Vertragslaufzeiten hat. Man braucht Zeit, sich aneinander zu gewöhnen und die verschiedenen Arbeitsweisen zu verstehen. Wir hatten aber eine sehr gute Größe mit vier Gastgebern, sodass schnell Harmonie untereinander entstehen kann. Zu 99% der Zeit haben wir immer gut miteinander gearbeitet und konnten auch nach der Arbeit zusammen die Freizeit genießen. Reibereien gibt es bei jeder Arbeitsstelle und das macht das Leben an Bord noch viel besonderer: Deine Kollegen sind nicht nur Kollegen, sondern Freunde und Familie zugleich. Die Herausforderung ist es, das jeden Tag aufs Neue zu pflegen, denn man sieht sich jeden Tag für viele, viele Stunden.

 

Wie hast du dich an Bord gefühlt und konntest du etwas für dich persönlich mitnehmen?

Nach der Eingewöhnungsphase habe ich mich an Bord pudelwohl gefühlt. Das Schiffsleben ist etwas sehr besonderes und lässt sich auch nur schwer beschreiben, am besten ist es, es selbst einmal zu erleben.

Ich persönlich konnte sehr, sehr viel mitnehmen. An Erfahrung natürlich, das war eine Reise, die ich so schnell nicht vergessen werde. Man lernt beruflich selbstverständlich unheimlich viel dazu und erweitert seine Qualifikationen. Aber ich finde man lernt für seine Persönlichkeit noch viel mehr. Das kommt durch den Umgang mit den verschiedenen Nationalitäten an Bord, aber auch dadurch, dass man jeden Tag funktionieren muss. Man lernt durchzuhalten, wenn es mal schwieriger wird, lernt sich auch mal durchzusetzen, aber auch, im Sinne des Teams zu handeln und dafür selbst zurückzustecken sowie sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

 

Was war dein schönstes Erlebnis an Bord?

Das schönste Erlebnis gibt es so pauschal für mich nicht.

Die verschiedenen Erlebnisse zusammengenommen haben die Zeit an Bord ausgemacht.

Sei es der Shanty Chor mit Klaus und Klaus, die gemeinsame Schmuckinventur, bei der jede noch so kleine Perle wichtig ist, das Sortieren und Kontrollieren aller Pässe auf die richtigen Stempel, wenn man zwischen den außereuropäischen Ländern kreuzt, tolle Gastgespräche zu führen, den Feierabend in der Crew Bar ausklingen zu lassen, unter dem Sternenhimmel auf dem Crew Deck zu sitzen, das verzweifelte Suchen nach Lieferungen in der Provision, das Bingo mit den Gästen, eine Woche Fernsehdreh an Bord, das Team, die Landgänge und das Entdecken fremder Kulturen, zu Weihnachten mit den Kindern im Kids Club Kekse zu backen, Kaiserschmarrn vom Kapitän zubereitet zu bekommen oder den Delfinen aus der Crew Mess zuzusehen.

 

Welcher Hafen oder Ort ist dir besonders in Erinnerung belieben?

Bei 14 Ländern und 31 Häfen in 5 Monaten ist das nicht ganz so einfach zu beantworten. Aber es gibt tatsächlich Orte, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Zu meinen Lieblingshäfen zählen Monaco, Valletta (Malta), Mykonos, Muscat (Oman) und ganz besonders Cochin (Indien). Jeder Hafen hat etwas ganz Eigenes und nicht jeder Ort bleibt aufgrund seiner Schönheit in Erinnerung, sondern auch aufgrund dessen, was man dort erlebt hat.

 

Kannst du dir vorstellen wieder an Bord zu arbeiten?

Das kann ich mit einem großen JA beantworten. Die Arbeit an Bord macht sehr viel Spaß und man lernt sehr viele Leute kennen, die das Bordleben so besonders machen und mitgestalten. Das Leben als Crewmitglied ist nicht immer das Leichteste, aber auch sehr lehrreich und vielseitig. Und dabei noch so viel von der Welt sehen zu können, ist ein großer Anreiz! Man muss sich aber dennoch bewusst sein, dass man nicht selber Urlaub macht, sondern Urlaub für andere gestaltet.

 

Ohne welchen Gegenstand würdest du an Bord nicht überleben?

Es ist tatsächlich das Handy. Auch wenn man nicht immer gutes WLAN findet oder es an Bord mal wieder nicht funktioniert, der Minutenzähler immer weiter läuft und eine hohe Rechnung naht, so ist und bleibt es doch das einzige Kommunikationsmittel nach Hause zu den Lieben. Und die braucht man ab und zu dann doch mal, denn natürlich vermisst man die Familie, ganz besonders an Tagen wie Weihnachten. Da wird es schon sehr emotional an Bord, gerade weil man den Gästen natürlich eine festliche Atmosphäre bieten möchte.

Ansonsten kommt man an Bord sehr gut mit wenig eigenem Gepäck aus, trotzdem sollte man immer zwei Koffer mitnehmen, denn die füllen sich während der Reise sehr schnell.

 

Hast du noch einen Geheimtipp für uns?

Mein Geheimtipp:

Sich mit Haut und Haar auf dieses Abenteuer einlassen, nur dann kann was daraus werden! Genieß es und sieh die Arbeit nicht als Pflicht!

Und um nicht ganz so melodramatisch zu werden: Waschmittel ist vielleicht noch ein guter Tipp. Dann riecht die Wäsche nicht so nach Reinigung, sondern frischer und mehr nach zu Hause.

 

Wir bedanken uns bei Laura für das Teilen ihrer Erfahrungen und Bilder als Gastgeber bei TUI Cruises. Weitere Erfahrungsberichte über das Arbeiten und Leben auf einem Kreuzfahrtschiff findest du hier.

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